
Detlev
Kranz
BARRY STEVENS - VERSUCH ÜBER EIN UNREGEL-MÄSSIGES LEBEN
(überarbeitete und erweiterte Fassung des Artikels in:
"Gestalttherapie",
2/1998, S. 3 – 14, Köln, Edition Humanistische Psychologie)
Barry Stevens (1902 - 1985) kam mit Gestalttherapie in
Kontakt,
als sie bereits mehr als sechzig Jahre alt war. 1967 traf sie zum
ersten
Mal Fritz Perls. 1969 verbrachte sie mehrere Monate mit ihm in
seiner
Gestaltgemeinschaft am Lake Cowichan, Kanada, in der Nähe von
Vancouver,
erhielt dort ein Gestalttherapie-Training und leitete auch Gruppen.
Fritz
Perls nannte sie "a natural-born therapist".
In den 70ger Jahren wurde sie gegen ihren Willen zu einem "Star" der
Human Potential Bewegung. Schon lange vor ihrem ersten Kontakt mit
Gestalttherapie
und auch lange danach war dies eins ihrer Lebensthemen: Leben mit
Bewußtheit
im Gegensatz zu Leben nach Regeln.
Ausdruck dieser Haltung ist ihre besondere Form von
gestalttherapeutischer
Körperarbeit, die, genau genommen, Konzentration auf die
Bewußtheit
von Körperprozessen genannt werden müßte.
Barry Stevens (1902 - 1985) came into contact with Gestalt
therapy,
when she was already more than sixty years old. In 1967 she met Fritz
Perls
for the first time. In 1969 she spent several months with him in his
Gestalt
community at Lake Cowichan, Canada, near Vancouver. There she took part
in a Gestalt therapy training, and she also led groups. Fritz Perls
called
her "a natural-born therapist".
During the 70's she became a "star" of the Human Potential Movement
against her will. Long before her first contact with Gestalt therapy
und
also long after, this was one of her life themes: living with awareness
- in contrast to living by rules.
This attitude is expressed in her special form of Gestalt therapy body
work, which - strictly speaking - should be called concentration on the
awareness of body processes.

BIOGRAPHISCHE NOTIZEN
Es ist nicht einfach, Barry Stevens zu beschreiben (bei welchem
Menschen
ist es das überhaupt?). Auf welchem Weg kann ein
einigermaßen
befriedigendes Ergebnis entstehen?. Das Problem beginnt mit der
Anmaßung,
ich könnte als Schreiber des Artikels diesen Menschen, Barry
Stevens,
mit seinem bewegten, unkonventionellen und ereignisreichen Leben in
einer
Weise erfassen, die ihn anderen Menschen näher bringt.
Diese Frage, ob irgend jemand überhaupt einen anderen Menschen
angemessen darstellen kann, ist eine sehr Barry-Stevens-nahe
Überlegung.
Sie würde sich wehren, in Kategorien eingezwängt zu werden.
Gestalttherapie machte ihr Leben nicht aus. Sie gab der
Gestalttherapie
eher Impulse als andauernde Einwirkungen. Aber ich kenne niemanden in
der
Gestalttherapie, der einsichtsvoller und schöner über
Bewußtheit
geschrieben hat; über eine Bewußtheit, die beständig
eingewoben
ist in das alltägliche Leben. Und die dadurch das alltägliche
Leben heilsam sein läßt, weit ab von regelmäßigen
Therapiesitzungen.
Sie selbst hätte wahrscheinlich Einwände gegen die
Bezeichnung
"Lehrer" (der sie für mich in vieler Hinsicht war). Inwieweit sie
sich als Gestalttherapeutin sieht oder nicht, thematisiert sie in ihren
Büchern.
Sie war gegen die Begrenzungen, Einschränkungen und
Abschneidungen,
zu denen Bezeichnungen und Kategorisierungen notwendigerweise
führen.
Gestalttherapie spielt in ihrem Leben eher die Rolle einer
Durchgangsstation,
- wenn auch die einer längeren. Ihre Grundvorstellungen über
Bewußtheit, Regeln und Erfahrungen hatte sie sich bereits vorher,
zum Teil mit Mühsal und unter Schmerzen, weitgehend selbst
erarbeitet.
Freunde wie Bertrand Russell und Aldous Huxley, oder andere, weniger
prominente
Menschen in der Bevölkerung Hawaiis, in der Navajo-Reservation
oder
unter den Hopi-Indianern waren dabei eine Hilfe.
Schließlich trafen sich ihre eigenen Erfahrungen und Gedanken
in fruchtbarer Weise mit denen der Gestalttherapie.
Wenn mich jemand fragen würde, was den Kern von Gestalttherapie
ausmacht, würde ich sagen "Bewußtheit", und damit verbunden
das Schulen der eigenen Erfahrung und Wahrnehmung, um zu lernen, diesen
zu vertrauen, - etwas, das die meisten Menschen eher abtrainiert
bekommen
haben im Laufe ihres Lebens.
Genau dies ist Barry Stevens zentrales Thema; es ist eine Art
Lebensthema.
Es war dies schon, bevor sie mit Gestalttherapie in Berührung kam.
In mühsamen Kämpfen hatte sie sich aus alten Konditionierungen gelöst, die verwirrenden Einflüsterungen anderer Menschen abgeschüttelt, um wieder zu sich selbst zu gelangen. Dieser Prozeß war aus ihrem Verständnis heraus lebenslang. Zu sich selbst zu gelangen schloß ein, den persönlichen Wandel zu begreifen, und sich dabei zu folgen, alte Vorstellungen über sich selbst loslassen zu können und sich in die jeweils "neue", erweiterte Barry Stevens hinein zu entfalten.
Genau dies ist es, was mich an Barry Stevens so berührte und
auch
heute noch ergreift; ihr Mut eingeschlossen, sich auch unter Schmerz
und
im Annehmen der entstehenden Ungewißheit und Unsicherheit aus den
alten Konditionierungen zu schälen und die eigene Wahrnehmung und
Bewußtheit freizulegen und sich selbst zu vertrauen zu lernen.
Schließlich, wenn sie über ihre Lebensweise schreibt,
geschieht
es mit berührender Aufrichtigkeit, Würde und Selbstachtung.
Einschub
Bewußtheit und das Suchen nach den eigenen,
verläßlichen
Erfahrungen als den Kern der Gestalttherapie zu erkennen und auch als
Leitlinie
für mein eigenes Leben anzunehmen, verdanke ich in großem
Maße
Barry Stevens.
Ihr Buch "Don't push the River" machte beim ersten Lesen so
großen
Eindruck auf mich, daß ich versuchte, mit Barry Stevens in
Kontakt
zu kommen. 1982 entstand ein Briefwechsel zwischen uns, und im Sommer
1983
hatte ich Gelegenheit, zwei Wochen zusammen mit Barry Stevens in
Kalifornien
zu verbringen. Sie lebte dort für eine Weile bei Freunden und
erholte
sich gerade von den Folgen eines Schlaganfalls. (dazu s. Kranz, D.
(2003):
"Barry Stevens
begegnen").
STATIONEN
Barry Stevens wird 1902 in New York als Mildred Fox geboren,
ändert ihren Vornamen später in Barry, und wird nach ihrer
Heirat mit Albert Mason Stevens zu Barry Stevens. 1919 machen sich
Barry,
ihre Mutter und ihr Vater in einem Model T Ford auf den Weg
nach
Kalifornien. "Zu jener Zeit fuhren nicht viele Leute quer durch den
Kontinent.
Wir trauten uns nicht, den Leuten unterwegs zu sagen, wohin wir fuhren.
Erst sagten wir Niagara Fälle. Als wir dort waren, sagten wir
Cleveland.
Als wir in Cleveland waren, hatten wir den Mut zu sagen, wir
führen
nach Kansas City. Dort angekommen waren wir noch mutiger (oder
verwegener)
und erzählten den Leuten, wir seien auf dem Weg nach Kalifornien."
(Stevens 1970, 145; alle Zitate aus Titeln, die im Literaturverzeichnis
in Englisch aufgeführt sind, erscheinen im Text in der
Übersetzung
des Verfassers; D.K.).
In den zwanziger Jahren gehören zu Barry Stevens Lebensstationen u.a. Arizona, wo sie 1922 als Gesellschaftsredakteurin für den Arizona Daily Star arbeitet. Ein Jahr später kehrt sie zurück nach New York und findet eine Arbeit als Schreibkraft. Ihre Tochter Judith wird geboren, und ist sofort schwer krank. Zwei Kinderärzte geben sie auf, ein weiterer, Albert Stevens, nicht, und Judith wird gesund und lebt. Barry Stevens heiratet neun Jahre später diesen Kinderarzt ihrer Tochter: "Ich hatte eine Tochter, die lebte, und neun Jahre später heiratete ich ihren Kinderarzt, und wir hatten einen Sohn." (Stevens 1985, 10).
Bei diesem Sohn handelt es sich um John O. "Steve" Stevens, den
viele
Gestalttherapeutinnen und -therapeuten u.a. als Autor des Buches "Die
Kunst
der Wahrnehmung" kennen (Stevens J.O. 1971). Später ändert
John
Stevens seinen Namen in Steve Andreas.
Bertrand Russell
1927, im Alter von 25 Jahren und noch unter dem Namen Barry Fox,
lernt sie Bertrand Russell kennen, der sich zu der Zeit auf einer
Vorlesungsreise durch die USA befindet. Bertrand Russel ist zu diesem
Zeitpunkt bereits 55 Jahre alt. Barry Stevens interessiert sich u.a.
für das experimentelle Schulprojekt Beacon Hill, das Russell und
seine Frau Dora gerade in England gegründet hatten. Während
dieser Vorlesungsreise entsteht zwischen Bertrand Russell und Barry
Stevens eine intensivere Beziehung (Griffin 2001, 270).
Sie empfindet sich ihm gegenüber "ebenbürtig"; so wie sie
sich auch gegenüber einer alten Lehrerin gefühlt hatte, die
sie "sehr geliebt und verehrt" hatte. "Ich mußte viel von ihr
lernen, und dennoch war ich ihr ebenbürtig. Bertrand Russell gegenüber
hatte ich auch solche Gefühle, als ich um die zwanzig Jahre alt
war. Ihm gefiel das. Für mich ist das Demokratie." (Rogers/Stevens
1967, 302).
Interessanterweise befindet sich unter den Unterlagen von Dora
Russell
ein Schreibmaschinenmanuskript von Barry Fox (Stevens) mit dem Titel
"Denatured marriage" (Dora Winifred Russell Papers, Nr. 231). Die Zeit,
in der Barry Stevens Russell kennenlernt, ist gleichzeitig der Beginn
der Phase der Auflösung seiner Ehe mit Dora.
Viele Jahre später, 1969, in Fritz Perls' Gestaltgemeinschaft
am Lake Cowichan auf Vancouver Island, erinnert sich Barry Stevens an
Bertrand Russell. Alles beginnt mit einem Traum, in dem sie einen Brief
von Russell erhält, in dem er schreibt, daß er sie unbedingt
treffen wolle. Barry Stevens: "Ich war verletzt, weil er sich nicht
erinnerte, daß wir uns drei Jahre lang sehr nahe gestanden
haben." Weitere Erinnerungen folgen: "Bertie gefiel 'Amerika' nicht
besonders. Einmal meinte er, daß es ihm diesmal besser gefallen
hätte als früher. (...) Er liebte die Küste von
Connemara in Irland, wo er etwas erlebt hat, für das wir so viele
verschiedene Namen haben, und die doch alle so dumm klingen ...
jedenfalls kam er an dieser rauhen und stürmischen Küste ...
so intensiv mit dem Universum in Kontakt ..." (Stevens 1970, 25 ff;
deutsche Ausgabe 2000, 32 ff).
"Wenn wir bei unseren Wanderungen durch die Moorlandschaft von
Cornwall an ein Tor kamen, öffnete Bertie das Tor, und
während er das tat, hüpfte ich die kleinen Stufen in der
Mauer hoch und darüber hinweg. ... Damals war er schon ein alter
Mann, fünfundfünfzig Jahre alt. Jetzt ist er über
neunzig, und ich weiß nichts mehr über seine Gefühle.
Damals kam es mir ungeheuer wichtig vor, herauszufinden, welchen der
beiden Männer, die ich liebte, ich heiraten sollte. Dreißig
Jahre später kam es mir vor, als hätte es keine Rolle
gespielt." (Stevens 1970, 30; deutsche Ausgabe 2000, 36).
Barry Stevens Tochter Judith, die sich später Alisande nennt,
wird tatsächlich für einige Zeit Schülerin in Bertrand
und Dora Russells Beacon Hill School. Sie berichtet später,
daß Bertrand Russell sich liebevoll um die Schüler
gekümmert hat, wenn er anwesend war (Gorham 2005, S. 57).
Pearl Harbour hat neben dem äußeren Schrecken, der Zerstörung und dem Leid für Barry Stevens einen inneren Effekt, der sie herausreißt aus ihrem gewohnten Leben der letzten Jahre. Das Zusammenleben mit ihrem Ehemann war zunehmend schwieriger geworden; und so verläßt sie ihn schließlich mit ihrem Sohn Steve: "Es war klar für mich, daß wir nicht mehr zurückgehen durften, um mit seinem Vater zu leben." (Stevens 1985, 134). Als sich Barrys Ehemann 1945 das Leben nimmt, sind Barry Stevens und der neun Jahre alte Steve in Arizona (Stevens 1985, 104).
Später schreibt sie über ihre Zeit auf Hawaii: "Im Alter von vierzig Jahren war ich erschreckt und verwirrt, weil ich offenbar nicht mehr in der Lage war zu wissen, was ich wollte. Nach meinen Begriffen, war ich verrückt geworden. Während ich nach einem Ausweg suchte, beschritt ich zwei Wege gleichzeitig: Ich forschte in meinem Inneren nach Fehlentwicklungen und ich suchte außerhalb meiner selbst etwas, dem ich Glauben schenken könnte ... Die Suche nach Innen lohnte sich..." (Rogers/Stevens 1967, 19).
Hier nimmt nun etwas Form an, das Barry Stevens Lebensweg bis zum
Ende
begleiten sollte: die eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen
bewußt
zu erleben und ihnen zu vertrauen zu lernen. "Aber als ich dann
tatsächlich
mit meinen inneren Wertsetzungen wieder in Kontakt kam, war es
furchtbar
schwer, ihnen zu vertrauen, weil sie in wesentlichen Dingen gegen das
sprachen,
was alle anderen sagten. Doch je mehr ich sie benutze, umso mehr
vertraue
ich ihnen; ..." (Rogers/Stevens 1967, 19). Das, was sie entwickelt und
schult, nennt sie ihren "inneren Fährtensucher" und dessen
Arbeitsweise
lautet, sich "in das größtenteils Unbekannte hineinzubewegen
und auf dem Weg weitere Informationen - Wegweiser und Anhaltspunkte -
aufzugreifen"
(Rogers/Stevens 1967, 206), was zu einem Teil ihrer Haltung dem Leben
gegenüber
wird.
Während ihrer Zeit auf Hawaii geschieht noch etwas
Bemerkenswertes: Sie lernt Yoshimatsu Nakata kennen, der von 1907 bis
1915 als Diener bei dem Schriftsteller Jack London und seiner Frau
Charmian gearbeitet hatte, und hilft ihm bei der Zusammenstellung und
Erarbeitung und dem Aufschreiben seiner Memoiren aus dieser Zeit.
(Nakata and Stevens Papers, Sonoma State University), (Stevens 2000)
Susan Daniels, geschiedene erste Ehefrau von John "Steve" Stevens,
hatte das Manuskript auf dem Dachboden entdeckt, und es 2002 der
"Schulz Library", Sonoma State University, überlassen. Das
Manuskript ist für die Jack London-Forschung von besonderer
Bedeutung, da es Kommentierungen von Londons Ehefrau Charmian an den
Seitenrändern enthält. (Madrigal 2008)
Ende der vierziger Jahre leben Barry Stevens und ihr Sohn in den
Reservaten
der Hopi- und Navajo-Indianer. Bei ihnen, wie schon bei den Bewohnern
Hawaiis,
entdeckt Barry Stevens wohltuende Ähnlichkeiten in bezug auf
grundlegende
Lebenseinstellungen; hier eine kleine Episode:
"Die Köchin, eine Tewa-Indianerin, hatte ihre Hand sehr schwer
verbrannt und durfte sie zehn Tage lang nicht benutzen. Ich hoffte,
daß
meine Kochkünste den Hopi-Männern zusagten, aber ich
wußte
es nicht. Eines Tages sagte Herbert Talehaftewa ...ruhig zu mir: 'Die
Männer
sagen, daß Sie ihr Bestes geben.' Ich war verletzt. Mir schien,
sie
dachten, daß mein Kochen nicht sehr gut sei. Aber dann erkannte
ich,
daß das, was die Männer gesagt hatten, die einfache Wahrheit
war und daß ihre Anerkennung dieser Wahrheit schöner war als
Lob. Sie kannten mich innerlich. ... Auch ich lernte sie innerlich
kennen,
von Mensch zu Mensch; ... Ich bin nun jenen Hopi-Männern, die ich
fünfzehn Jahre lang nicht gesehen habe, näher als vielen
Leuten,
die jetzt um mich sind, mich kategorisieren und in eine Schublade
gesteckt
haben, Leute, die mich innerlich überhaupt nicht kennen."
(Rogers/Stevens
1967, 27)
Trotz so wichtiger Erfahrungen keine Verherrlichung, kein
Absolutsetzen:
"Nicht alle indianischen Bräuche sind etwas für mich. Nicht
alles
an der Gestalttherapie ist etwas für mich." (Stevens 1970, 16).
Krankheit
In der ersten Hälfte der fünfziger Jahre wird Barry Stevens
schwer krank, und gerät in Folge und zusätzlich in
große
finanzielle Schwierigkeiten (Rogers/Stevens 1967, 66). Sie hat
"chronisches
rheumatisches Fieber"; wie ihr Sohn Steve später schreibt, "eine
'nicht-existente'
Krankheit zu der Zeit, für die es keine Behandlung gab." (Andreas
1985, 5). Etwa drei Jahre lang ist Barry Stevens fast vollständig
bettlägerig (Stevens 1975a, 174).
Eine große Bedeutung für sie erhält in jener Zeit ein aufrichtiger Arzt, der ihr u.a. offen sagte, wie wenig über chronische Krankheiten wirklich bekannt war. Zusammen mit ihm wird ihr langsamer Weg ins Gesundwerden eine Phase von Experimentieren und gemeinsamem Erforschen. "Der Arzt und ich verbrachten eine sehr anstrengende Zeit miteinander. Im Krankenhaus wollte ich zu einem gewissen Zeitpunkt aufgeben. Sterben erschien mir leichter als Leben. Er ließ mich nicht. Er verlor zu einem gewissen Zeitpunkt das Vertrauen zu sich und bot mir an, mich an jeden anderen Arzt meiner Wahl zu überweisen. Ich ließ ihn nicht. Zwischen uns war agape (liebendes Mitgefühl; D.K.) - und gegenseitiges Verstehen." (Rogers/Stevens 1967, 155).
"Es gab für uns beide in jenen Jahren, als wir versuchten, mich gesund zu bekommen, Leiden und Kampf, Selbstzweifel und Frustration, aber als ich fortging, weil ich in eine andere Stadt zog, sagte er: 'Irgendwie hat es Spaß gemacht.' Das fand ich auch." (Rogers/Stevens 1967, 155).
Aber Barry Stevens lernt auch das Gegenteil kennen: falsche Selbstsicherheit, Überheblichkeit und starre Ansichten, die sich auf formale ärztliche Autorität beruft, das Krankenhauspersonal miteingeschlossen. Sie beschreibt Ärzte, die von Patienten Gehorsam erwarten, und die eigene Einschätzung und die eigenen Erfahrungen der Patienten nicht gelten lassen wollen. "Wenn eine medizinische Behandlung mir schadet, kann ich das merken, bevor es für andere offensichtlich wird, aber man verlangt von mir, daß ich damit weitermache, und ich bin 'lästig' und 'unvernünftig', wenn ich protestiere, und 'widerspenstig', wenn ich sie verweigere. Ich werde auf subtile oder nicht-subtile Art für meinen Ungehorsam bestraft. Ich werde in eine Situation gebracht, in der ich kämpfen muß, während mein Körper doch die Ruhe braucht, um seine eigene Ordnung wiederherzustellen." (Rogers/Stevens 1967, 295).
Angeblich werden Dinge für den Patienten getan, aber
man
tut sie ihm an. "Nicht alle Ärzte tun das" fügt Barry
Stevens hinzu (Rogers /Stevens 1967, 296).
Sie entdeckt für sich ein inneres Bild: zwei Gestalten halten
sie an einer Leine fest, während sie im Wasser schwimmt, und
versucht zu lernen, gegen den Strom zu schwimmen. Sie bewahren sie
davor, von der Strömung fortgetrieben zu werden. "Ich wußte,
daß diese beiden Gestalten der Doktor und Aldous Huxley waren.
Keiner von ihnen verstand alles, aber jeder einzelne verstand genug, um
helfen zu können. ... Als ich während meiner Experimente mit
meiner Seele in etwas hineingeriet, das weder der Doktor noch ich
verstanden, so daß ich mich davor fürchtete, weiterzumachen,
schrieb ich an Huxley, und er erklärte es. Diese beiden
Männer bewahrten mich davor, weggefegt zu werden, während ich
um mich schlug und lernte, wie man gegen den Strom schwimmt."
(Rogers/Stevens 1967, 58)
Diese Experimente, von denen sie berichtet, beschreibt sie in "Don't
Push the River" näher. In ihrer Vorstellung holte sie sich den
Doktor und Huxley in ihr Zimmer. "Ich brauchte nichts zu tun, sondern
konnte es einfach ihnen überlassen. Ich ließ los und fing
an, mich zu winden, zu jammern, zu zittern und zu springen (Hüften
und Schultern). ... Ich wiederholte diese Phantasie mehrere Male an
verschiedenen Tagen. ... Ich schrieb an Huxley und er antwortete:
'Es handelt sich dabei um ein Phänomen, das ich schon bei anderen
beobachtet und an mir selbst erfahren habe, und es scheint einer der
Wege zu sein, auf dem die Entelechie, die körperliche Intelligenz
oder das tiefere Selbst sich von den Hindernissen befreit, die das
bewußte, oberflächliche Ego ihm in den Weg stellt. Zuweilen
kommt es zu einer Erinnerung längst vergrabenen Materials mit
entsprechenden Abreaktionen. Aber keineswegs immer. Und wenn eine
solche Erinnerung nicht stattfindet, werden viele ihrer heilsamen
Folgen dadurch erreicht, daß das tiefere Selbst diese Unruhe im
Organismus selbst herbeiführt - eine Unruhe, die offensichtlich
viele organische und muskuläre Knoten und Verspannungen löst,
die wiederum aus seelischen Verspannungen resultieren ...'"(Stevens
1970, 89ff, deutsche Ausgabe 2000, 88ff)
Aldous Huxley interessiert sich in den fünfziger Jahren
für Psychiatrie, Psychotherapie und alternative Heilmethoden. 1954
nahm er teil an einer Konferenz für Parapsychologie, 1955 an einem
Treffen der "American Psychiatrists' Association". Und einen Monat
später reiste er zu einer Konferenz über "unorthodoxes
Heilen". (Golovacheva 2007, 125)
Er schreibt dazu:
"Die Diskussion einer hypothetischen Kraft im Heilen durch Handauflegen
... war äußerst interessant. Einige neuere Befunde, die dazu
tendieren, von Reichenbachs Hypothesen zu bestätigen (die in
unserer Zeit von Dr. Wilhelm Reich wieder belebt werden) wurden
erwähnt." (Golovacheva, a.a.O.)
In ihrem Artikel über Huxley nimmt Irina Golovacheva
ausdrücklich bezug auf Huxleys Brief an Barry Stevens. "Im
September 1955 schrieb er einen Brief an Frau Barry Stevens, in dem er
etwas diskutierte, das er physiologische Intelligenz oder Entelechie
nannte ..."(Golovacheva, a.a.O.)
So entdeckt Barry Stevens in dieser Zeit der Erkrankung etwas für sich, was sie später "decontrolling" nennen und zu ihrer Form gestalttherapeutischer Arbeit mit dem Körper entwickeln wird, also noch bevor sie von Gestalttherapie und Fritz Perls gehört hat (Stevens 1975a, 174; s.a. Kranz, D. [1999]: "Barry Stevens - Gestalttherapie, Bewußtheit und Körper" ). Später, durch Fritz Perls, lernt sie, wie sie sagt, dieses "body-decontrolling" auch in Zeiten aufrechtzuerhalten, in denen sie nicht verzweifelt ist (Stevens 1975a, 175). Noch etwas Anderes erlangt große Bedeutung in jenen Krankheitsjahren: das Aufgebenkönnen von Erwartungen, Zielen und Wünschen. "Nachdem ich zwei Jahre hauptsächlich im Bett verbracht hatte, kam ich zu der Erkenntnis, daß ich mich so krank wie möglich sein lassen mußte, nicht versuchen, gesünder zu werden, nicht versuchen, so zu handeln, als ginge es mir besser. 'Gestalt versucht in Einklang zu sein mit dem, was ist.'" (Stevens 1970, 87).
Viel später, 1969, am Lake Cowichan, fallen Barry Stevens in
diesem
Zusammenhang Worte ein, die Fritz Perls in einer Gruppe gesagt hatte;
nicht
ganz ...: "Ich fragte ihn nach seinen Worten. Er antwortete: 'Jeder
Versuch
zu verändern (absichtlich, "will-kürlich"; D.K.) ist zum
Scheitern
bestimmt.' Ich begann zu tippen und schrieb 'Jeder Versuch zu
scheitern...'
Fritz vervollständigte '... ist zum Erfolg bestimmt. ... Jeder
Versuch
zu verändern ist zum Scheitern bestimmt. Eine Gegenkraft wird
geschaffen.'"
(Stevens 1970, 88). (In Englisch lautet der Satz: Any attempt to change
is bound to lead to failure.)
Carl Rogers
In der ersten Hälfte der sechziger Jahre entsteht ein Briefwechsel
zwischen Barry Stevens und Carl Rogers, der schließlich zu
persönlichen
Begegnungen führt und zu einem gemeinsamen Buchprojekt, das 1967
unter
dem amerikanischen Titel "Person to Person. The Problem of Being Human"
(deutsch: "Von Mensch zu Mensch..."; (Rogers/Stevens 1967) erscheint.
Das Buch enthält einerseits Artikel von Carl Rogers, Eugene T. Gendlin, John M. Shlien und Wilson van Dusen, und andererseits - als Schwerpunkt - Barry Stevens ganz persönliche Auseinandersetzung mit deren Inhalt in Bezug zu ihrem Leben, ihren eigenen Erfahrungen und Vorstellungen. "Einen großen Teil dieses Buches schrieb sie als Gast des Western Behavioral Sciences Institute, und sie wurde während dieser Zeit mit ihrer ruhigen, entspannten Art eine wichtige Person in dem Leben vieler Menschen, die dort arbeiten..." (Rogers/Stevens 1967, 7/8).
Steve Stevens, ihr Sohn, geht das Risiko ein, das Buch selbst herauszugeben und einen Verlag dafür zu gründen. Entgegen der Einschätzung vieler Menschen in Barrys und Steves näherer Umgebung wird das Unternehmen ein Erfolg (Stevens 1970, 67). Aus diesem Verlagsprojekt entsteht Real People Press, ein Verlag, der sich später das Ziel setzt, zur Verbreitung der Gestalttherapie-Literatur beizutragen. Steve Stevens war es auch, der den Anlaß zu dem Buch gegeben hatte, als er Barry Stevens einen Text von Carl Rogers mitbrachte (Stevens 1970, 74).
Barry Stevens beginnt das "Vorspiel" zu dem Buch in fast biblischem
Ton: "Am Anfang war Ich, und Ich war gut. Dann trat das andere Ich auf
den Plan. Die Autoritäten von außen. Dies war verwirrend.
Und
dann wurde das andere Ich sehr verwirrt, weil es so viele
verschiedene
äußere Autoritäten gab." (Rogers/Stevens 1967, 15). Im
Verlauf des Buches beschreibt sie dann, wie sich ihr Weg, mühsam
und
befreiend, aus der Verwirrung heraus entfaltet.
Fritz Perls
Im selben Jahr, in dem "Person to Person" erscheint, nämlich 1967,
kommt es zur ersten Begegnung zwischen Barry Stevens und Fritz Perls.
Auf
Anregung von Steve Stevens nimmt Barry an einem Workshop mit Fritz
Perls
in San Francisco teil. Sie ist verblüfft von der Art und Weise wie
Perls therapeutisch arbeitet. Zwei Jahre später, im Gestalt
Institute
of Canada, am Lake Cowichan, ist sie es nicht mehr. Sie hat inzwischen
selbst viel von dem gelernt, was Gestalttherapie bedeutet. Aber
manchmal
vermißt sie diese ursprüngliche Verblüffung (Stevens
1970,
1/2).
...und Lake Cowichan
Fritz Perls hatte 1969 die USA verlassen und war an den Lake Cowichan
in Kanada gezogen, in der Nähe von Vancouver, um dort eine
Gestaltgemeinschaft
aufzubauen. Offiziell hieß das Projekt Gestalt Institute of
Canada.
Dort beginnt am 1. Juni 1969 die Gestalttherapie-Ausbildungsarbeit mit zwanzig Personen, und eine von diesen Personen ist Barry Stevens (Stevens 1970, 10). Die Erfahrungen, Erlebnisse und Überlegungen aus dieser Zeit bilden die Grundlage für ihr Buch "Don't Push the River", das 1970 bei Steve Stevens Verlag Real People Press erscheint, und ein großer Erfolg wird. Das Buch ist inzwischen bei Celestial Arts in Berkeley, Kalifornien, neu aufgelegt worden.
In den ersten drei Monaten erlebt Barry Stevens das Zusammenkommen und Zusammenleben dieser Menschen, die sich zum großen Teil nicht kennen, wie das Zusammenwachsen einer lebendigen Gemeinschaft, die sich organismisch selbst reguliert und in einer experimentellen Grundhaltung ihre jeweilige Form findet. Danach gibt es einen Bruch: Fritz Perls fährt für einen Monat weg; Barry Stevens für drei Wochen. Als sie zurückkommt, also Ende September, ist alles organisiert. "Listen für die Gruppen, wie der militärische Wachwechsel - die nicht-organismische Organisation, die ich so sehr nicht mag, die nicht Gemeinschaft für mich ist." (Stevens 1970, 10).
Eigentlich hatten die Schwierigkeiten aus Barry Stevens Sicht schon im August begonnen, als Fritz Perls anfing, mehr und mehr Personen zusätzlich zu dem ursprünglichen Kern von zwanzig in die Gemeinschaft zu holen. Diese Entwicklung setzte sich im September, Oktober und November fort, obwohl Fritz Perls immer wieder davon sprach, auf die Zahl von zwanzig Personen zurückzugehen. "Ich fragte ihn einmal, wie es käme, daß er einmal so redete, aber dann anders handelte. Er sagte, 'Nun, Jerry ist hier, weil ... und Lally ist hier, weil ...' ... Ich antwortete: 'Ich kenne all die Gründe, aber warum tust du es?' Er sagte einfach als eine Tatsache: 'Weil ich verrückt bin.' Die beiden Hauptfaktoren in seiner Verrücktheit waren sein Weichherzig-sein und sein Ehrgeiz." (Stevens 1975b, 197/98).
Die Beziehung, die sich zwischen Fritz Perls und Barry Stevens entwickelt, läßt sich als liebevoll und sanft charakterisieren. Einmal, während einer Gruppe, stellt Fritz Perls eine Frage an alle und jeder sagt etwas. Barry Stevens sagt nichts; Fritz: "'Barry?' 'Ich bin leer,' sagte ich. Er nickte und ging zu jemand anderem über oder zu etwas anderem. Wie schön, wenn mein Leersein so einfach akzeptiert wird." (Stevens 1985, 90).
Fritz Perls muß sich in diesen Monaten, die auch die letzten seines Lebens sind - er stirbt im März 1970 -, noch verändert haben. Barry Stevens schreibt über ihn: "Ich weiß, daß er seine Arroganz nicht mag, und gleichzeitig hat er so eine schöne Demut." (Stevens 1970, 26). Und später: "Fritz ist jetzt fast immer ein warmer und sanfter old gentleman. Er verbringt mehr Zeit damit, mit Leuten zu plaudern, als sonst. Er ist viel geduldiger." (Stevens 1970, 186).
Fritz Perls denkt in Cowichan häufig darüber nach, auf welche Weise er Gestalttherapie unterrichten kann, ohne daß es zu Mißverständnissen oder Mißbrauch kommt. Er beobachtet, wie verschiedene Menschen einfach Gestalt-Experimente übernehmen und sie als Tricks gebrauchen oder sie zu Regeln machen, ohne daß sie das Wesentliche der Gestalttherapie verstehen, geschweige denn integrieren (Stevens 1970, 265).
"Ich bin frustriert bei dem Versuch zu übermitteln, daß Gestalt nicht Regeln ist." sagt Fritz Perls während einer Gruppensitzung in Cowichan (Stevens 1970, 4).
Barry Stevens beschäftigen die gleichen Fragen, besonders die
des
Mißbrauchs der "konzeptuellen Werkzeuge" der Gestalttherapie;
doch
sie kommt zu dem Ergebnis, daß sie letztendlich keinen Weg kennt,
Mißbrauch zu verhindern. Das gilt für alle "Werkzeuge"
(Stevens
1970, 7ff).
Abschied
Im November mehren sich ihre Überlegungen, vom Lake Cowichan
Abschied
zu nehmen. Sie beginnt die Wirkungen, die diese Zeit auf sie hatte,
rückblickend
zusammenzufassen. Als sie sich einmal von Fritz Perls gedrängt
fühlte,
schreibt sie später in einer "inneren Ansprache" an Perls:
"Fritz, du bemerkst die Schritte nicht, die ich gemacht habe, jene
gewagten Schritte, die ich unternommen habe, die nicht gewagt sind, und
ich verstehe das, aber sie fühlen sich gewagt an.
Ich
habe das Gefühl, daß du mich nach mehr drängst.
Dränge
den Fluß nicht, er fließt von allein. Ich möchte
nicht,
daß du mir sagst, wie gut ich mich mache. Laß mich einfach
in Ruhe. Nimm wahr, daß ich mich jetzt bewege, in einer
neuen
Weise, furchtsam, aber ich tue es, und ich habe das vorher nicht getan.
Laß mich meine furchtsamen Schritte machen, und wahrnehmen, wie
gut
sie sind und dadurch Vertrauen gewinnen durch meine eigenen
Erfahrungen."
(Stevens 1970, 250)
Etwas später geht Barry Stevens in ihrem Erkenntnisprozeß noch ein Stück weiter: "Ob Fritz mich gedrängt hat oder nicht ist irrelevant. Ich habe mich gedrängt. Wenn ich mein eigenes Drängen loswerde, drängt mich auch das Drängen anderer nicht - und dann fühle ich mich auch nicht gedrängt. ... Ich bin einfach." (Stevens 1970, 252).
Für Barry Stevens hat sich Cowichan allmählich von einer Gestalt-Gemeinschaft, die sie schätzt, zu einem Ausbildungszentrum entwickelt, das sie nicht schätzt. Sie hält diese beiden Formen für nicht kompatibel (Stevens 1970, 266). Ihre Vorstellung von einer Gestalt-Gemeinschaft ist radikaler; ihr geht es um radikale Veränderungen, die den ganzen Menschen und seine Lebensweisen betreffen. Eine Suchhaltung, eine Haltung des Ausprobierens, mit Bewußtheit, ein Weg der Befreiung machen ihre Perspektive aus. Damit setzt sie sich von Fritz Perls ab: "Sein (Ort; D.K.) ist leicht zu verstehen. Das läßt meinen verschwommen aussehen, aber er ist es nicht. Ungeformt, ja. Laßt all diese Aktivitäten aus uns heraus hervortreten, in ihrer eigenen Weise, was auch immer das ist, wobei Gestalt zur Freisetzung beiträgt. ... Ich möchte einen neuen Anfang." (Stevens 1970, 263).
Und so entläßt Barry Stevens sich schließlich aus
dem
Gestalt Institute of Canada: "Ich erzählte der Gruppe, was in mir
vorging, wusch meinen Zensor weg und sagte es: 'Ich gebrauchte Gestalt
(bei einer Arbeit an meinem Traum), brach die Regeln von Gestalt, und
das
ist Gestalt.' Niemand zeigte ein Anzeichen von Verstehen, und mir war
es
egal. Das ist mein Diplom." (Stevens 1970, 262). Zu diesem Zeitpunkt
ist
Barry Stevens siebenundsechzig Jahre alt.
Die siebziger Jahre
Ihr Buch über die Zeit am Lake Cowichan erscheint 1970 ebenfalls
in Steve Stevens Verlag Real People Press. Bei Real People Press waren
bereits 1969 zwei für die öffentliche Wirkung der
Gestalttherapie
wichtige Bücher erschienen. Bei dem einen handelt es sich um Fritz
Perls Autobiographie "In and Out the Garbage Pail"; deutscher Titel:
"Gestalt-Wahrnehmung.
Verworfenes und Wiedergefundenes aus meiner Mülltonne" (Perls
1969b).
Das andere Buch ist Fritz Perls "Gestalt Therapy Verbatim"; deutscher Titel: "Gestalt-Therapie in Aktion" (Perls 1969a). Steve Stevens hatte die Zusammenstellung des Buches übernommen. Dabei verwendete er als Grundlage Tonbandmitschnitte von Workshops, die Fritz Perls in der Zeit von 1966 bis 1968 durchgeführt hatte.
Barry Stevens kommt ein großer Anteil an der Entstehung dieses Buches zu. Sie arbeitet über Monate mit an der Übertragung der Tonbandprotokolle in eine schriftliche Form (Stevens 1970, 76).
1971 nehmen Barry und Steve Stevens an einem Tai Chi-Workshop des Tai Chi-Meisters Al Chung-liang Huang in Esalen teil, bei dem wiederum Tonbandaufnahmen durchgeführt werden und als Grundlage zu einem Buch über Tai Chi dienen. Alle drei hatten sich schon vorher kennengelernt und waren einander freundschaftlich verbunden (Huang 1973, 8ff). Das Buch erscheint unter dem Titel "Embrace Tiger, Return to Mountain - The Essence of T'ai Chi", ebenfalls bei Real People Press; deutsch: "Lebensschwung durch T'ai Chi" (Huang 1973). Die Erfahrungen, die Barry Stevens mit Tai Chi macht, fließen in ihre gestalttherapeutische Körperarbeit ein.
Auf diesem Workshop kommt es auch zur ersten Begegnung zwischen
Barry
und Steve Stevens und Joe Wysong, dem späteren Gründer und
Herausgeber
des amerikanischen "The Gestalt Journal" (Wysong 1986, 72).
1972 reist Barry Stevens für einige Monate nach Chile, um dort die Verbreitung der Gestalttherapie zu unterstützen. Die ersten chilenischen Gestalttherapeuten hatten Kontakt zu Real People Press aufgenommen, und angefragt, ob sie Fritz Perls' "Gestalt Therapy Verbatim" ins Spanische übersetzen dürften. Das Buch erscheint 1974 unter dem Titel "Suenos y Existencia". Barry Stevens führt während ihres Aufenthalts in Chile Filme aus Esalen vor, die Fritz Perls bei der Arbeit zeigten, und sie führt auch selbst Gestalttherapie-Workshops durch (Hunneus 2005).
Star-sein oder nicht sein
Inzwischen hat Barry Stevens durch ihre beiden Bücher "Person
to Person" und "Don't Push the River" einen erheblichen Grad an
Berühmtheit
erreicht und wird von anderen Menschen zu einem der "Stars" der
Zeitströmungen
gemacht, die im weitesten Sinne Wachstum als Ziel für sich in
Anspruch
nehmen. Barry Stevens ist von dieser Entwicklung nicht angetan. Sie
will
weder zum Star noch zum Guru gemacht werden. Noch in ihrem letzten Buch
"Burst Out Laughing" beschreibt sie gleich zu Anfang ihr vergebliches
Bemühen,
sich nicht zum Guru machen zu lassen (Stevens 1985, 1).
Ihre kritische Haltung gegenüber "Star-Rummel" und in
ähnlicher
Weise gegenüber der Human Potential-Bewegung, den
"Wachstums-Zentren"
und zum Teil auch gegenüber der Bewegung der Humanistischen
Psychologie
liegt in ihrer sehr aufmerksamen, kritischen Einstellung zu Konzepten.
Ihr liegt nicht daran, daß die Menschen nur Konzepte austauschen.
Sie sieht keine Lösung darin, daß neue Konzepte anstelle der
alten introjiziert werden. Ihre Vorstellung von Leben ist eng verbunden
mit wachsamer, eigener Erfahrung und dem Herausfinden, was für die
jeweils einzelne Person am jeweiligen Ort zum jeweiligen Zeitpunkt
passend,
d.h. der Entfaltung des eigenen lebendigen Lebens zugetan ist, ohne die
Mit-Menschen dabei auszublenden.
So schreibt sie in bezug auf Maslows Begriff der
"Selbstverwirklichung":
"Abe Maslow war unglücklich über das, was mit vielen Menschen
geschah, wenn sie lasen, was er über 'selbstverwirklichte
Menschen'
geschrieben hatte. Was sie damit machten war sehr eigenartig. Ich habe
eine ziemliche Anzahl von Briefen erhalten, in denen stand 'ich bin
eine
selbstverwirklichte Person'. Maslow sagte, daß er etwas
ausgelassen
haben müsse. Fritz hat es eingefügt. Er bemerkte, daß
die
meisten Menschen ein Selbstkonzept verwirklichen. Das ist nicht Selbst-Verwirklichung.
Meine
Selbst-Verwirklichung,
wenn
sie
geschieht,
ist
voller
Überraschungen
-
überrascht
mich.
Ich
verwirkliche
kein
Selbstkonzept."
(Stevens
1975a,
183/84)
Als Konsequenz aus dem "Star-Rummel" zieht sie Anfang der siebziger Jahre weit weg, nach Moab, Utah, ohne sich jedoch aus der Entwicklung der Gestalttherapie herauszunehmen.
Im Sommer 1975 erscheint Barry Stevens als eine der Teilnehmerinnen der wahrscheinlich ersten Gestalttherapie-Konferenz. Steve Stevens hat sie organisiert. Molly Rawle erinnert sich: "Ich erinnere mich daran, daß Leute auf dem Boden lagen, an Teile von Traumarbeit und eine Menge indischen Madras. Jemandens alte Großmutter war da, von der sich herausstellte, daß es Die Barry Stevens war." (Rawle 1987, 37).
Im gleichen Jahr erscheint das Buch "gestalt is" (Herausgeber Steve John O. Stevens), in dem Barry Stevens zwei Artikel veröffentlicht; in einem der beiden beschreibt sie ihre Form gestalttherapeutischer Körperarbeit (Stevens 1975 a + b). In einem gemeinsamen Vorwort erklären Barry und Steve Stevens, daß sie das Wort gestalt im Titel bewußt mit kleinem g schreiben, (eine Verfahrensweise, die Barry Stevens auch in ihren Artikeln übernimmt). "Der Titel dieses Buches reflektiert unsere Ansicht, daß gestalt einfach ist - keine Glorifizierung." (Stevens J.O. 1975, i).
Sie erneuern ihre Kritik an Teilen der Entwicklung der Gestalttherapie, die zu einer Verwässerung von Gestalttherapie führt sowie zu einer erheblichen Verschlechterung ihrer Qualität. "Wie mit so vielen Dingen ist weitreichende Akzeptanz sogar gefährlicher als Ablehnung. Vieles der 'Bearbeitung' ist Verstümmelung. Viele 'gestalt'-Therapeuten sind eine Art runderneuerter Therapeuten, die ein paar gestalt-Tricks aufgegriffen haben, so daß sie auf den fahrenden Zug aufspringen können." (Stevens J.O. 1975, iii).
1976 gründen das Center for Gestalt Development, New York, und
Joe Wysong die halbjährliche Zeitschrift "The Gestalt Journal",
die
von Barry Stevens in einer Weise unterstützt wird, die Joe Wysong
als "fundamental für den Anfangserfolg" charakterisiert (Wysong
1986,
74).
... und danach
Zunehmende gesundheitliche Einschränkungen Ende der siebziger
Jahre erschweren Barry Stevens Mobilität. In den letzten Jahren
ihres
Lebens unternimmt sie noch ein weiteres Buchprojekt. "Was als eine
einfache
Illustrierung von Regeln vs. Bewußtheit begann, hat sich nun
darüber
hinaus entwickelt, und ich bin mir noch nicht recht sicher, wohin es
geht."
(Brief an den Autor v. 29. 9. 1982). Im April 1983 ist das Manuskript
fertiggestellt.
Das Buch hat sich zu etwas entwickelt, das autobiographischen Charakter
trägt, allerdings nicht in chronologischer Erzählweise,
verwoben
mit Barry Stevens Lebensein- und -vorstellungen. Der Schreibstil reicht
stellenweise bis in aphoristische Kürze. Sie erlebt die
Veröffentlichung
im Jahre 1985.
Der Titel kann vielleicht verstanden werden als eine Verdichtung ihrer Lebenserfahrungen und ihrer Lebensweise. Er zitiert einen Text des tibetisch-buddhistischen Meisters Long-chen-pa: "Burst Out Laughing", (in schallendes Gelächter ausbrechen). Und ist es nicht so: angesichts der unzähligen Erscheinungsformen, die unablässig enstehen und vergehen, und die in dieser Weise uns und die Welt konstituieren, "die nichts zu tun haben mit Gut oder Schlecht, Akzeptieren oder Ablehnen" (Long-chen-pa in: Stevens 1985, 177), gäbe es eine bessere Lösung als in schallendes Gelächter auszubrechen?
In den letzten Jahren ihres Lebens ist Barry Stevens über Gestalttherapie hinausgegangen: "Gestalttherapie hat nicht ihren Wert für mich verloren, aber ich bin zu etwas Anderem weitergegangen -- Ich bin nicht ganz sicher zu was. Vor einigen Wochen war ich Teil einer Wochenendgruppe in Gestalttherapie, und ich fühlte mich, als würden die Leute dort mich an meine Vergangenheit binden -- obwohl letzten Endes natürlich ich es war, die das machte, und ich kam da raus." (Brief an den Autor v. 29. 9. 1982).
Am frühen Morgen des 28. Dezember 1985 stirbt Barry Stevens in Meridian, Idaho, wo sie die letzte Zeit ihres Lebens verbrachte.
******
BEGRIFFE
Es gibt ein Phänomen in der Entwicklung der Gestalttherapie.
Dieses
Phänomen ist eng verbunden mit Barry Stevens Vorstellungen von
Gestalttherapie
und deren Bedeutung für ihr Leben. Es handelt sich um den
unterschiedlichen
Gebrauch der Begriffe Gestalt oder Gestalttherapie.
Und,
wenn man so will, um die von Barry Stevens hinzugefügte Variante gestalt
(mit kleinem g).
Ich vermute, daß sich im unterschiedlichen Gebrauch der Begriffe Gestalt und Gestalttherapie die Zeitströmungen, die gesellschaftlichen Entwicklungen und ihre Wirkungen auf die Gestalttherapie widerspiegeln. Ende der sechziger Jahre erleben wir eine Zeit des Aufbruchs, des Auf-Bruchs, der Rebellion, des Ausbrechens aus alten Formen der Repression und der Suche nach neuen gemeinschaftlichen Lebensformen, die sich in den USA u.a. in der Anti-Vietnamkriegs-Bewegung oder der Hippie-Bewegung manifestieren. Im Rahmen der Psychotherapie zeigen sich diese Umwälzungen in der zunehmenden Bedeutung von Gruppentherapien gegenüber der traditionellen Einzeltherapie. Fritz Perls Bevorzugung von Demonstrations-Workshops als Gruppenveranstaltungen gehören sicher auch in diesen Zusammenhang.
Gary Yontef beschreibt die Zeit, die für ihn die ersten
Begegnungen
mit Gestalttherapie brachte, folgendermaßen:
"Als ich im Jahre 1965 mit Gestalttherapie anfing, war es eine Ära
der Rebellion und Revolution in der Gesellschaft und in der
Therapie-Gemeinschaft.
Alles schien möglich, wenn wir nur willens waren, die Fesseln der
Rigidität wegzuwerfen und eine Kreativität auftauchen zu
lassen,
die Risiken erlaubte. Ein naiver Glaube an und eine Hoffnung auf
Experimentieren
ging Hand in Hand mit einer Verabschiedung von Tradition. Für die
Gestalttherapie war es der Anfang einer Dekade mit meteorhaftem
Erfolg."
(Yontef 1987, 42)
Die frühen siebziger Jahre führen dann - seiner Einschätzung nach - von der nach außen gerichteten, rebellischen Haltung hin zu einer stärkeren Ausrichtung nach innen (Yontef 1987, 43). Die Suche nach neuen Lebensformen blieb ein verbindendes Element.
Der Wunsch nach ganzheitlichen, gemeinschaftlichen Lebensweisen kommt auch in Fritz Perls Orientierung auf den Aufbau von gestalt(therapeutischen) Gemeinschaften, wie in Lake Cowichan, zum Ausdruck, oder in seinen Überlegungen zu einem Gestalt-Kibbuz gegen Ende seines Lebens (Perls 1969b, 322). Und auch für Barry Stevens - wie bereits dargestellt - führen die Erfahrungen mit Gestalttherapie zu dem Wunsch nach einer neuen, gemeinschaftlichen Lebensform (1), - viel mehr als nach Ausbildung oder Entwicklung in Richtung einer traditionellen Einzeltherapeutin.
Zunächst sei noch darauf hingewiesen, daß das Wort Gestalt häufig als Abkürzung für Gestalttherapie gebraucht wird. Das ist aus dem Kontext meist deutlich zu erkennen, kann aber u.U. auch als erste Aufweichung dessen gesehen werden, was in engerem und deutlich definiertem Sinne Gestalttherapie als Psychotherapie ausmacht. (Bei grober Durchsicht konnte ich bei Fritz Perls den Gebrauch des Wortes Gestalt erst ab Ende der sechziger Jahre finden.)
Allmählich scheint sich am Anfang der Siebziger dann der Begriff Gestalt von der ursprünglichen Psychotherapie mehr und mehr entfernt zu haben und zu einem Etikett geworden zu sein für eine nicht näher definierte, undeutliche Vorstellung von einer Lebensweise, die sich in ihren Leitlinien auf Gestalttherapie beziehen will (2).
Diese Zeit, die nach Yontef eine Zeit der "Slogans und Clichés" darstellt (Yontef 1987, 62), sucht auch nach einfachen Bezeichnungen für die neu entstehenden Entwürfe. Gestalt und Gestalttherapie vermischen sich in der Öffentlichkeit.
Barry Stevens unterscheidet zwischen Gestalt und Gestalttherapie
(und
gestalt), - mit Bedacht und erklärtermaßen. Zusammen mit
Steve
Stevens formuliert sie:
"Die meisten Studien über Menschen messen nur einige Ereignisse
oder Variablen und benutzen eine große Anzahl von Menschen
für
die statistische Validität, wobei sie weite Bereiche der Erfahrung
ignorieren. Gestalt wagt es, auf das von-Moment-zu-Moment Funktionieren
des Individuums zu fokussieren, in allen Einzelheiten und in aller
Komplexität."
Etwas weiter definieren sie dann, und gehen dabei weit über
traditionelle
Psychotherapie hinaus:
"Vielleicht ist die bemerkenswerteste und dennoch offensichtliche
Botschaft
von gestalt diese: Wenn man die Ereignisse seines Lebens klar sieht,
dann
verläuft das Leben gut, ohne Verwirrung und unnötiges Elend.
Manchmal ist das Leben schwierig und schmerzhaft, und manchmal ist das
Leben voll Freude und erfüllt. Mit Bewußtheit kann man den
Schmerz
minimieren und die Freuden und Befriedigungen maximieren.
Gestalt ist tatsächlich mehr eine persönliche Übung,
eine Lebensweise, als eine professionelle 'Therapie' oder eine
'Behandlung'.
Es ist etwas, das man mit anderen tut und nicht an ihnen. Walter
Kempler
sagt es gut:
'Gestalttherapie, obwohl sie ursprünglich als eine Form der
Psychotherapie
vorgestellt wurde, basiert auf Prinzipien, die man als eine
vernünftige
Lebensweise betrachten kann. Mit anderen Worten, sie ist erst eine
Philosophie,
eine Seinsweise, und darauf aufgesetzt sind Wege, wie man dieses Wissen
anwenden kann, so daß andere davon Nutzen haben
können...Hoffentlich
wird ein Gestalttherapeut mehr daran identifiziert, wer er ist, als
daran,
was er ist oder was er tut.'
Die Gestalt-Philosophie dient als eine Orientierung zum Leben, eine Erinnerung, daß Bewußtheit immer nützlich ist, und sie stellt eine Anzahl von speziellen Strategien und Techniken bereit, die wir benutzen können, um uns auf größere Bewußtheit hinzubewegen." (Stevens J.O. 1975, ii)
Es ist schon erstaunlich, wie sehr hier die Lebensweise, die auf gestalt(therapeutischen) Grundsätzen basiert, als Grundlage dessen gesehen wird, auf dem ein Gestalttherapeut ruht und aus dem heraus er oder sie zum Gestalttherapeuten oder zur Gestalttherapeutin wird. Die Perspektive, die sich darin eröffnet, deutet von Beruf auf Lebensweise; und Barry Stevens geht es um diese Art zu leben. Das, was sie mit gestalt meint, deckt sich mit vielem von dem, was sie bereits vorher in ihrem Leben selbst und für sich herausgefunden hat. Und dies ist etwas Anderes für sie, als eine Psychotherapie im engeren Sinne, die unter dem Namen Gestalttherapie existiert.
Aus ihrer Sicht führt nichts, aber auch gar nichts, an der
Entwicklung
von Bewußtheit vorbei. Das ist der Kern, in Gestalttherapie wie
in
Gestalt oder gestalt. Und so wendet sie sich schließlich mit
folgenden
Gedanken von Lake Cowichan ab:
"Wie einfach das Leben ist. Lebe mit Bewußtheit, nicht durch
Regeln oder durch Konditionierungen oder Denken oder Du-solltest oder
Du-solltest-nicht.
Wie schwer ist es, alle diese Regeln und Konditionierungen und das
Denken
und die Du-solltest und solltest-nicht zu sehen, die zwischen Ich und
Du
und zwischen Ich und Ich-selbst kommen. ...Mein neuer Anfang hat schon
begonnen. Ich möchte immer noch eine Ranch oder eine Farm, wo ich
mit einigen anderen Menschen meinen Anfang stärken kann, und wo
das,
was aus uns allen entstehen wird, unbekannt ist." (Stevens 1970,
267/68)
ANMERKUNGEN
1. Ihre Vorstellungen von einer Gestalt-Gemeinschaft erläutert
sie ausführlich an verschiedenen Stellen in "Don't Push the
River".
Eine genauere Darstellung würde den Rahmen dieses Artikels
sprengen.
2. Ich vermute, daß sich diese Entwicklung hauptsächlich
an der Westküste der USA vollzieht. Zu den unterschiedlichen
Strömungen
in der Gestalttherapie in den USA und ihre Bindung an Regionen (West-
/Ostküste,
Cleveland) oder Personen (Fritz Perls, Laura Perls, From, die Polsters
usw.) gibt es eine ausführliche Diskussion in The Gestalt Journal
(s.u.a. Latner 1983; From 1984; Resnick 1984; Yontef 1984; Yontef
1987).
LITERATUR
Andreas, S. (1985): Text zum Tode Barry Stevens, Boulder, Col.
(unveröffentlicht).
Clance, P.R. u.a. (1994): The Effects of the Gestalt Approach on Body Image. In: The Gestalt Journal, No. 1, 95-114.
From, I. (1984): Reflections on Gestalt Therapy. After Thirty-Two Years of Practice. In: The Gestalt Journal, No. 1, 4-12.
Golovacheva, I. (2007): Theories of the Mind and Psychotherapy in the Works of Aldous Huxley, in: Nugel, B / Fietz, L. (Hrsg.): "Human Potentialities", Studien zu Aldous Huxley und zeitgenössischer Kultur, Bd 9, Berlin 2007, S. 123 – 142.
Gorham, D. (2005): Dora and Bertrand Russell and Beacon Hill School,
in: Russell: the Journal of Bertrand Russell Studies, n.s. 25, (summer
2005), S. 39 - 76.
Griffin, N. (Hrsg.): The Selected Letters of Bertrand Russell: The
Public Years, 1914 - 1970, Bd 2. London 2001.
Huang, A. C. (1973): Lebensschwung durch T'ai Chi. München
(1973:
Real People Press/1979: O.W. Barth).
Hunneus, F.
(2005): Notas sobre Historia de la
Gestalt en Chile, in: Enfoque Gestáltico. Publicación de
la Asociación Gestáltica de Buenos Aires, No 29,
Primavera 2005, S. 25 ff.
Hycner, R.H. (1985): Dialogical Gestalt Therapy. An Initial Proposal. In: The Gestalt Journal, No. 1, 23-49.
Kranz, D. (1999): Barry Stevens – Gestalttherapie, Bewußtheit und Körper. In: Gestaltkritik, 1/1999, 44 – 51.
-
(2003):
Barry
Stevens
begegnen.
In:
Gestaltkritik,
1/2003,
54
-
63.
Latner, J. (1983): This is the Speed of Light. Field and
Systems
Theories in Gestalt Therapy. In: The Gestalt Journal, No. 2, 71-90.
- (1987): Machinery in the Basement. In: The Gestalt Journal, No. 1,
8-1.
Madrigal, C. (2008) : Schulz library adds to Jack London collection,
in:
Sonoma State Star, March 18, 2008.
Perls, F.S. (1969a): Gestalt-Therapie in Aktion. Stuttgart (1969:
Real
People Press/1976: Klett).
- (1969b): Gestalt-Wahrnehmung. Verworfenes und Wiedergefundenes aus
meiner Mülltonne. Frankfurt (1969: Real People Press/1981:
W.
Flach.
Rawle, M. (1987): The Beginnings. In: The Gestalt Journal, No. 1, 37-4.
Resnick, R.W. (1984): Gestalt Therapy East and West. Bi-coastal
Dialogue,
Debate or Debacle? In: The Gestalt Journal, No. 1, 13-32.
- (1995): Gestalt Therapy. Principles, Prisms and Perspectives.
Interview
by Malcolm Parlett. In: The British Gestalt Journal, No. 1,
3-13.
Russell, Dora: Dora Winifred Russell Papers, 1906 - 1986 (-1987), International Institute of Social History, Amsterdam, Nr. 231.
(Stevens, Barry als) Fox, Barry (1934): Hide-away Island, New York Greenberg.(Stevens, Barry als) Fox, Barry (1943): That Day of Pearl Harbor, in: Harpers's Magazine, New York, Jan. 1943.
Stevens, Barry (1962): Window to the Whirled, in: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, 22 (1962) 2.Rogers, C./Stevens, B. (1967): Von Mensch zu Mensch. Möglichkeiten, sich und anderen zu begegnen. Paderborn (1967: Real People Press/1984, 21986: Junfermann); wiederveröffentlicht: Köln 2001, Peter Hammer Verlag/Gestalt-Institut Köln.
Stevens, B. (1970): Don't Push the River. Lafayette, Cal. (Real People Press); deutsch: Don't Push The River. Gestalttherapie an ihren Wurzeln. Köln 2000, (Peter Hammer Verlag/Gestalt-Institut Köln).
- (1975a): Body Work. In: Stevens, J.O., Hrsg.: gestalt is. Moab, Utah, (Real People Press), 157-184; deutsch: Gestalt-Körperarbeit, in: Gestaltkritik. Zeitschrift für Gestalttherapie, 2/2000, 18 – 47.
- (1975b):
Voids,
Voids,
Voids,
-
Noddings!
In:
Stevens,
J.O.,
Hrsg.,
a.a.O.,
185-200;
deutsch:
Das
Leben
findet
nicht
im
Kopf
statt.
In: Gestaltkritik,
1/2000,
42 – 49.
- (1976):
Ent-Elterung.
Reflektionen
einer
Mutter.
In:
Gestaltkritik.
Zeitschrift
für
Gestalttherapie,
1/2010,
S.
17
-
19
(Erstveröffentl.
in:
Voices,
1976).
- (1985): Burst Out Laughing. Berkeley, Cal. (Celestial Arts).
- (2000): Nakata - Son of Jack London, in: Jack London Journal, No
7, 2000, S. 9 - 25.
- Hrsg. (1975): gestalt is. Moab, Utah (Real People Press).
Yontef, G. (1984): Modes of Thinking in Gestalt Therapy. In: The
Gestalt
Journal, No. 1, 33-74.
- (1987): Gestalt Therapy 1986. A Polemic. In: The Gestalt Journal,
No. 1, 41-68.
Zinker, J.C. (1987): Gestalt Values. Maturing of Gestalt Therapy.
Opening
Address at The Gestalt Journal's 8th Annual Conference. In: The Gestalt
Journal, No. 1, 69-89.
© Detlev Kranz, Hamburg 2002
--------------------------------
Joe Wysong hat einen kurzen Text über Barry Stevens ins Netz gestellt, u. a. mit vielen Photos und Briefen von ihr:
http://www.gestalt.org/barry.htm
----------------------------------------------------
-------------------------------------------------------------------------------------
Artikel des Autors zur Gestaltpädagogik:
Kranz, D. (1983): Gestalt-Pädagogik im Fremdsprachenunterricht. Zum Beispiel: Lyrik. In: PRAXIS des neusprachlichen Unterrichts, 1/83, S. 50 – 57, Dortmund; (Verlag Lambert Lensing)
Kranz,
D. (1991): Gestaltpädagogik mit arbeitslosen Jugendlichen in
schulisch
orientierten Maßnahmen. In: Die Deutsche Schule, 2/91, S. 239 –
253;
Weinheim, (Juventa Verlag)
**********
links zum Thema "Gestalttherapie":
hervorragende Website mit umfangreichen Informationen zur Gestalttherapie für Laien und Profis:
http://www.gestaltpsychotherapie.de
Website des Gestalt-Instituts Köln, u.a. mit vielen Artikeln und Büchern (Textauszüge daraus).